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Über kein Festival wurde in diesem Jahr in den Berliner Medien so wild spekuliert wie über das Lollapalooza Festival 2016. Im vergangenen Jahr holte man das bekannte amerikanische Musikfestival nach Europa und Berlin wurde zur ersten Stadt in Europa ausgewählt, die nun das Festival beheimaten darf. Vom Tempelhofer Flughafen zum Treptower Park, einen geeigneten Platz in Berlin zu finden für ein Musikfestival, dass mit 70.000 Besuchern am Tag aufwartet kann zu einem schwierigen Unterfangen.
Doch der Veranstalter konnte sich gegen die Petitionen der Anwohner durchsetzen und fand auch für die aufgebrachten Bürger eine Lösung. Bereits im vergangenem Jahr war ich auf dem Lollapalooza unterwegs und war beeindruckt wie toll es seien kann, dass es ein so großes Musikfestival in der eigenen Stadt gibt. Seien wir doch mal ehrlich was gibt es schließlich besseres, als sich Abends in die Bahn zu setzen und nach einem tollen Tag voller Musik und netten Begegnungen wieder in seinem eigenem Bett schlafen zu können. Gerne möchte ich euch hier eine kleine Zusammenfassung meiner beiden Festival Tage geben. Fangen wir also an…
FESTIVAL DAY ONE, SATURDAY 11.09.2016
Ich erreiche gegen 13.30 Uhr das Gelände des Treptower Parks, für mich geht es Dank meines Tickets zum Eingang Ost. Entgegen der vorherigen Befürchtung aller Festivalgäste sind die Schlangen am Eingang minimal und in weniger als 5 Minuten gelangte man durch den Sicherheitschecks aufs Gelände. Doch so schnell ging es bei mir leider nicht, denn ich hatte vergessen den Barcode zu meinem Ticket runter zuladen und durfte mich noch Mal, obwohl WLAN am Eingang vorhandenen war, vom Festival Gelände 800m entfernen um mein Ticket, dann in einer Burger King Filiale mit offenem W-LAN zu downloaden. Wichtige Notiz an dieser Stelle, auf dem gesamten Gelände hatte man nur sporadischen Handyempfang, an Internet ist auch nicht zu denken, denn selbst den Edge Modus fand mein Handy nicht, dass hing allerdings sicher mit der Netzüberlastung auf dem gesamten Gelände zusammen. Der erste Act für mich an diesem Tag waren Jagwar Ma, das Trio aus Sydney sorgte mit dubbigen Pop und vielen Balladen für leichtes mitwippen der Festivalbesucher. Kurze Verschnaufpause und dann ging es weiter mit Odesza, einer meiner Highlights des ersten Tages, denn sie sorgten für ordentlich Stimmung und die Menge kam endlich zum Tanzen. Kein Wunder bei diesen tollen Sounds, die Live und in so einem Setting noch gleich viel besser klingen. In meiner vollen Euphorie ging es rüber zur Main Stage, wo auch schon Paul Kalkbrenner im farbenfrohen FC Vorwärts Shirt auflegte. Dort angekommen musste man sich allerdings nach 30 Minuten, schon einen Platz für den Headliner des Abends sichern nämlich die Alternative Rockband Kings of Leon. Doch wir sollten belohnt werden, denn pünktlich um kurz nach 21 Uhr setzte Lead Sänger Caleb Followill zum ersten Ton an. Was richtige gute Live Musik bedeutet erlebte man hier, das Quartett aus Tennessee sorgte für einen fulminanten Sound und wilde Gitarren Riffs und eine beeindruckenden Bühnenanimation. Dies bildete für mich den perfekte Ausklang des ersten Festival Tages.
FESTIVAL DAY TWO, SUNDAY 12.09.2016
Am Morgen darauf bin ich froh, dass mein persönliches Festivalprogramm auch an diesem Tag erst wieder gegen Nachmittag beginnt. Ich nehme dieses Mal den Eingang West, der etwas zentraler liegt, da er sich nur wenige Meter vom S-Bhf Treptower Park befindet. Beim Betreten des Geländes, fällt mir schon auf das es an diesem Tag eindeutig voller werden wird schließlich war dieser Tag im Vorverkauf gleich als erstes ausverkauft, da heute Radiohead auftreten sollen. Das die Band die dieses Jahr ihr 31 jähriges Bestehen feiert und nur wenige Konzerte in Europa spielt, merkt man sofort. Alle Festivalbesucher freuen sich auf die Alternative Rocker und manche sind sogar wegen Ihnen extra aus Brasilien angereist. Ich laufe zum ausgemachten Treffpunkt an der Perry Stage und bin fasziniert wie DJ Tujamo, die Menge unter Kontrolle hat. Sein Set wartet nur mit Krachern aus der aktuellen EDM Szene auf und die Menge tänzelt wild über die Wiese zu den Klängen von Booty Bounce mit Taio Crusz. Es folgt einstündiges Set vom französischen DJ Martin Solveig, von dem ich schon seit seines ersten Single Smash ein großer Fan bin. Für mich gibt es kein Halten mehr und ich tanze mit den pubertierenden Mädels neben mir um die Wette zu dem Sound von Intoxicated und +1. Bis meine Freundin mich darauf aufmerksam macht, dass doch gleich Major Lazer spielen auf der Main Stage. Auf dem Weg zur anderen Bühne sehen wir schon, wie voll das Gelände mittlerweile ist und die Masse sich durch den Treptower Park bewegt, schon von weitem kann ich den Bass des Dancehall Trios hören und bin fast ein wenig neidisch auf die Leute die Ohropaxs in ihrer Festivaltasche haben. Mittlerweile hat sich der Boden vor den Hauptbühnen zur einen wilden Staubwüste verwandelt und an einigen stellen wird der Staub so sehr aufgewirbelt das hier ohne Mundschutz nix mehr geht. Gott sei Dank hab ich ein leichtes Tuch mitgenommen. Ich singe noch die letzten Zeilen vom Sommerhit 2015 Lean One mit und muss mit Erschrecken feststellen wieviele Leute sich bereits ihren Platz vor der Hauptbühne gesichert haben und nun auf Radiohead warten. Bei der Menschenmenge die sich da versammelt hat könnte man fast denken das 65.000 Leute vor dieser Bühne warten. Mir wird’s eindeutig zu voll und ich bleibe noch für 1-2 Songs von Radiohead im hinteren Drittel stehen, um mich dann auf den Heimweg zu machen und erst Mal den ganzen Staub abzuduschen. Danke Lollapalooza für diese zwei aufregenden Tage. Ich bin gespannt, welche Location ihr für das nächste Jahr ausgesucht habt und freue mich darauf wieder neue Bands kennenzulernen.
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